Halbjahresplanung

Ich plane gerade die nächsten Wochen für meine 5. Klasse in Deutsch etwas genauer. Dabei muss ich feststellen, dass die Halbjahresplanung, die ich zu Beginn des Halbjahres gemacht habe, mittlerweile völlig überholt ist, ich habe nur einen Bruchteil von dem geschafft, was ich eigentlich wollte. Woran liegt das? Zum einen habe ich mich sicherlich mit einigen Themen länger aufgehalten als ich das hätte tun sollen, schon, um Langeweile zu vermeiden. Jetzt im Nachhinein hätte ich die Behandlung des Jugendbuches auf 3 Wochen beschränken sollen, ich hatte 4 eingeplant, dann wurden es durch diverse Ausfälle etc. 5 und schon hatten die SuS keine Lust mehr. Und mit den Rechschreibthemen ist es noch schlimmer. Die kann schon nach einer Woche keiner mehr sehen, was aber nicht heißt, dass die das alle können. Es ist wirklich schwierig, dass so genau abzuwägen. Ich habe jetzt für die Planung der nächsten Wochen die Konsequenzen gezogen und kein Thema mit mehr als 2 Wochen angesetzt. Wenn man bei den Planungen nicht auch noch immernoch die Hospis mit berücksichtigen müsste! Der Hospi-Termin, den ich im Mai habe, hätte sich hervorragend als Termin für eine Klassenarbeit geeignet, aber das kann ich ja schlecht bringen…

In meiner Oberstufengruppe ist es im Grunde so ähnlich, aber mit denen kann man natürlich länger an einer Sache arbeiten. Aber ich bekommen langsam den Eindruck, dass ihnen der Faust auch schon auf die Nerven geht, dabei haben wir noch nicht einmal richtig mit der Gretchentragödie begonnen.

Tja, irgendwie ist dieser Beitrag kein besonders hochreflexiver, sondern eher ein Eingestehen von Unvermögen. Und dann sehe ich die Kollegen, die diese ganze Planung mit einer solchen Leichtigkeit fertigbringen (zumindest scheint es mir so), und sicherlich gibt einem ja auch jeder Tipps und hilft, aber am Ende muss man den Unterricht doch alleine machen und dann sitzt man am Wochenende zu Hause und plant das ganze Halbjahr nochmal um. Ich kann nur hoffen, dass es sich hierbei um eine Sache handelt, bei der “learning by doing” greift, denn so gerne ich Unterricht plane, macht es doch wenig Spaß, ständig alles zu revidieren, zu straffen, zu ändern, was man schon geplant hat, weil die Zeiteinteilung schlecht war, oder weil solche Unwägbarkeiten wie Uwe-Seeler-Pokal, Musical-Proben, LK-Tage, Wassersportreisen oder Geo-Exkursionen einem einen Strich durch die Planung machen.

Published in: on 26. April 2009 at 16:53  Hinterlasse einen Kommentar  
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